Männergruppe bei Depression, Burnout und innerem Druck

Für Männer aus Esslingen, Stuttgart, Waiblingen und Umgebung, die sich in einem geschützten Rahmen mit Depression, Erschöpfung, Angst, Scham und seelischem Druck auseinandersetzen möchten.

Der Indianer, der Schmerzen hatte …

Er heißt heute vielleicht Paul oder Peter oder Markus oder Jochen – oder genauso wie du.

Warum leiden Männer unter Depressionen, die oft lange unerkannt bleiben und nicht selten in schwere Krisen führen?
Vereinfacht gesagt, weil sich die Symptome einer Depression bei Männern häufig anders zeigen, als viele es erwarten.
Während Frauen ihre Erschöpfung, Traurigkeit oder Hilflosigkeit oft sichtbarer nach außen zeigen, neigen Männer nicht selten dazu, von allem noch mehr zu machen:
noch mehr arbeiten, noch mehr trainieren, noch früher aufstehen, noch härter sein, noch kontrollierter wirken, noch unantastbarer erscheinen.

Hinzu kommt oft ein steigendes Aggressionspotenzial, das sich nicht selten in Partnerschaften oder im nahen Umfeld entlädt.
Danach ist die Scham groß:
„Ich lasse das alles an meiner Frau aus.“

Warum ist das so?

Zunächst möchte ich klar sagen:
Psychische Belastungen machen keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern.
Ängste, Depressionen, Zwänge oder Panik können jeden Menschen treffen.
Jeder Zweite ist eben jeder Zweite – unabhängig davon, ob er, sie oder divers ist.

Der gefährliche Unterschied bestand lange darin, dass die Depression bei Männern oft nicht erkannt wurde.
Heute tarnt sie sich nicht selten hinter Begriffen wie Burnout, Erschöpfung oder „zu viel Stress“.
Ein Grund dafür sind die beschriebenen Symptome:
eher ein Zuviel statt ein Zuwenig.
Das Umfeld denkt dann schnell:
„Er funktioniert doch noch. Er kann doch noch leisten.“

Der zweite Grund ist das schlichte Unvermögen, offen sagen zu dürfen:

„Ich kann nicht mehr. Ich bin leer, müde, schwach. Ich will so nicht mehr weitermachen.“
Und das Wichtigste:
„Ich brauche Hilfe.“

Es ist immer wieder erschreckend, wie hartnäckig sich Geschlechterrollen halten, obwohl sie vielen Männern eher schaden als helfen.

Was Männer oft gelernt haben

Zurück zum „Indianer“:
Was haben die Pauls, Peters und Jochens oft von ihren Vätern gelernt?
Sätze wie:

  • „Was heulst du denn? Du bist doch kein Mädchen.“
  • „Reiß dich zusammen.“
  • „Was hast du denn? Dir fehlt doch nichts.“

So sind viele Männer groß geworden – und oft schon die Väter vor ihnen.
Mit diesen Botschaften lernen Jungen früh, Gefühle zu unterdrücken, Schmerz kleinzureden und Belastung nicht ernst zu nehmen.
Für viele Betroffene wird genau das später zum inneren Gefängnis.

Wohin mit den Gefühlen?

Gibt es wissenschaftliche Belege dafür, dass sich Gefühle bei Männern und Frauen grundsätzlich unterscheiden?
Meiner Erfahrung nach bleibt Angst Angst, Trauer Trauer, Wut Wut und Liebe Liebe.
Natürlich erlebt jeder Mensch diese Gefühle auf seine eigene Weise und drückt sie unterschiedlich aus.
Aber sie sind da – bei Männern wie bei Frauen.

Liebeskummer kann mit 40 genauso existenziell sein wie mit 18.
Die Trauer um einen geliebten Menschen schmerzt mit 50 nicht weniger als mit 85.
Gefühle folgen nicht den Regeln von Rollenbildern.

Wenn ein Mensch nie lernen durfte, dass das, was er fühlt und wahrnimmt, da sein darf und Ausdruck finden möchte,
dann wird es eng – in der Brust, in der Seele und im Leben.
Dann wird über Gefühle hinwegmoderiert.
Die Distanz zur eigenen Seele und zu den Menschen in nächster Nähe wird größer.

Genau hier beginnt oft das, was viele später als männliche Depression, innere Leere, Burnout oder emotionale Erschöpfung erleben.

Was ich in meiner Praxis immer wieder sehe

In meiner Praxis habe ich immer wieder dasselbe beobachtet:
Da saßen sie, die „Indianer“ von heute, und sie hatten alle eines gemeinsam:
Sie konnten nicht mehr.
Sie fühlten sich ausgelaugt, ängstlich, schwach und falsch.

Als wären sie die Einzigen, denen es so geht, kreisten die Gedanken zusätzlich um Schuld und Scham.
Und die Spirale drehte sich immer weiter nach unten.

Und damit ist jetzt Schluss.

Ein Mann darf weinen.
Er darf um Hilfe bitten.
Er darf auch auf die Frage
„Na, alles gut?“
ehrlich antworten:
„Nein. Es ist nicht alles gut, und mir geht es gerade nicht gut.“

Genau damit ist der erste Schritt gemacht.
Die Tür ist offen.

Und oft passiert dann etwas Erleichterndes:
Plötzlich melden sich Kollegen, Nachbarn, Freunde, Vereinskameraden oder sogar Vorgesetzte und sagen:
„So ging es mir auch mal …“

Du bist nicht allein

  • Und plötzlich wird es leichter.
  • Du bist nicht allein.
  • Du warst mit deinem Leiden nie allein.
  • Du hast dich – genau wie viele andere Männer – nur lange nicht getraut, darüber zu sprechen.

Ich bin dankbar, in meiner Praxis Raum für genau das halten zu dürfen:
für Männer, die mutig genug sind, ihren Schmerz zu zeigen und sich Unterstützung zu holen.

Männergruppe in Esslingen für Männer aus Esslingen, Stuttgart, Waiblingen und Umgebung

Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst, kann die Männergruppe in Esslingen ein erster Schritt sein.
Das Angebot richtet sich an Männer aus Esslingen, Stuttgart, Waiblingen und Umgebung, die unter Depression, Burnout, Erschöpfung, Ängsten, Panik oder starken Schamgefühlen leiden und damit nicht länger allein bleiben möchten.

Die Gruppe bietet einen geschützten und vertraulichen Rahmen, in dem du mit anderen Männern in Kontakt kommen,
Entlastung erleben und dich mit dem auseinandersetzen kannst, was in dir arbeitet.

Das sagen Teilnehmer:

– „Es war erleichternd zu merken, dass ich mit meinen Gedanken nicht allein bin.“ Bernd, 49
– „Ich habe gelernt, Gefühle zu benennen, ohne mich schwach zu fühlen.“ Jürgen, 37

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